"Bahnhof" statt "Platz"

Jugendentwicklung des Hundes

Wenn sich Nerven­verbindungen während der Pubertät neu bahnen

von Daniela Zurr, Lehrerin der Tellington-Methode für Hunde und Kleintiere

Stimmungsschwankungen und Konzentrationsproble­me, große Fragezeichen statt des eingeübten Verhal­tens - während der Pubertät und der gesamten Jugendentwicklung gerät vieles durcheinander. Statt des Kommandos "Platz" scheint der Junghund nur noch "Bahnhof" zu verstehen - und dieser Eindruck trügt nicht. Neue Erkenntnisse aus der Hirnforschung erklären, was in der Pubertät und der gesamten Jugendentwicklung des Hundes, einer wichtigen Phase des Heranwachsens, in den Köpfen passiert - und warum so manches sichere Können plötzlich nicht mehr abrufbar ist.

Um besser zu verstehen, was sowohl in unseren Köpfen als auch in denen unserer Tiere geschieht, ist es sinnvoll, sich die Entwicklung des Gehirns in den unterschiedlichen Lebensphasen genauer anzusehen. Bereits beim Embryo wird das sich entwickelnde Ge­hirn mit einer Fülle von Reizen konfrontiert, die dazu führen, dass sich Nerven zu Netzwerken zusammen­schließen. Dabei wird zunächst ein erheblicher Überschuss an Vernetzungen und Verbindungen produ­ziert. Im Laufe der weiteren Entwicklung entstehen nicht nur neue Verbindungen, sondern es werden vor allem auch zahlreiche ungenutzte abgebaut. Die­ser Prozess setzt in den für das Überleben nach der Geburt wichtigen Gehirnbereichen (beispielsweise Steuerung der Atmung) schon während der Trächtig­keit ein. In anderen Gehirnbereichen findet diese Umstrukturierung nach der Geburt statt und zieht sich teilweise über Jahre (oder im Fall des Menschen Jahrzehnte) hin. Neben einer Ausdünnung ungenutz­ter und daher als überflüssig erachteter Verbindun­gen kommt es zu einer massiven Verstärkung häufig benutzer Verbindungen.

Ansammlung verschlungener Pfade

Nach Hüther kann man sich das Gehirn als eine An­sammlung einer Unzahl verschlungener Pfade vor­stellen. Viele davon werden im Laufe der Zeit zu leicht begehbaren Wegen, zu glatten Straßen oder gar zu breiten Autobahnen. In der Pubertät werden diese stabilen Verbindungen noch einmal großflächig gelockert. Im übertragenen Sinne können zahlreiche der bequemen Straßen zeitweise unpassierbar wer­den. Dies führt einerseits dazu, dass vorher schon sicher beherrschte Verhaltensweisen nicht mehr ab­gerufen werden können. Andererseits bietet es die Möglichkeit, von den Eltern oder von anderen in der Kindheit übernommene Verhaltensmuster auf­zulösen und zu neuen Ufern aufzubrechen. Bei vie­len Tierarten ermöglicht dies in der Natur das erfor­derliche Abwandern des geschlechtsreif gewordenen Nachwuchses. Aber auch wenn keine Abwanderung erfolgt, ist diese Phase der großen Flexibilität erfor­derlich, um sich besser an sich verändernde Umwelt­bedingungen anzupassen. Wer also seinen pubertie­renden Junghund ruft und statt des freudigen Heran­kommens nur einen verständnislosen Blick erntet, muss wissen: Es gibt dafür viele mögliche Gründe. Vielleicht ist aber auch der zuständige Gehirnpfad gerade unpassierbar und der heranwachsende Hund versteht tatsächlich - nichts.

Nicht nur im Gehirn wird während der Puber­tät fleißig »umgebaut«. Auch die Hormonspiegel schwanken erheblich. Hierbei sind nicht nur die Ge­schlechtshormone betroffen, sondern beispielsweise auch der Cortisolspiegel. Dies führt dazu, dass die Stressanpassung innerhalb kurzer Zeiträume massiv schwanken kann. Ist die Mülltonne morgens noch komplett uninteressant, kann es sein, dass der Hund sich abends vor ihr fürchtet.

Einige Erkrankungen, die Auswirkungen auf das Verhalten haben können, wie zum Beispiel eine Schilddrüsenfunktions-störung, manifestieren sich häufig in oder kurz nach der Pubertät. Daher ist es wichtig, zwischen »normalem« Pubertätsverhalten und krankhaften Verhaltenswei­sen zu unterscheiden. Verdächtig sind Schwankun­gen, die intensiver sind als es für die jeweilige Tierart oder Rasse üblich ist, sowie Fälle, bei denen sich das Verhalten nicht mehr stabilisiert, obwohl die Pu­bertät beendet ist. Da gerade in dieser Zeit die Über­gänge zwischen normalem und erkrankungsverdäch­tigem Verhalten fließend sein können, ist im Zweifelsfall eine ausführliche tierärztliche Untersu­chung angezeigt.

Auch wenn es nicht mehr zu einer so massiven Auflockerung vorhandener Verbindungen kommt, so bleibt auch nach der Pubertät die erfahrungs- und nutzungsabhängige Plastizität des Gehirns erhalten. Mit TTouch und Bodenarbeit haben wir zahlreiche Möglichkeiten, dem Gehirn vielfältige sensorische Reize anzubieten. Diese sorgen dafür, dass unseren Tieren nicht nur wenige ausgetretene Gehirnpfade, sondern zahlreiche unterschiedliche und verzweigte Wege zur Verfügung stehen und sie somit flexibel und mit Wahlmöglichkeiten auf vielfältige Situationen reagieren können.

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Lesen Sie dazu den Beitrag "Hunde und Katzen richtig impfen" in meiner Rubrik "Wissenswertes"