Deklaration der Inhaltsstoffe auf der Verpackung des Hunde-Fertigfutter

Text: Annabelle Eggert

Man kann manchmal wirklich etwas staunen, wenn man nachschaut, was in der Inhaltsangabe auf manchem Hunde-Fertigfutter für unsere Hunde zu finden ist. Selbst wenn an erster Stelle Fleisch angegeben ist, kann man leider nicht immer davon ausgehen, dass auch Fleisch drin ist, wo Fleisch drauf steht. Oft wird nicht Fleisch als solches eingesetzt, sondern eben alles was ein Schlachttier hergibt, wie Knorpel, Knochen, Fell, Haut und Blut.

Die Zusammensetzung auf der Verpackung, der verschiedenen Futtersorten, gibt in absteigender Reihenfolge Auskunft über die Inhaltsstoffe. Wobei man bei einer genauen Deklaration darauf achten muss, dass auch manches unter verschiedenen Bezeichnungen mehrmals genannt ist und somit insgesamt gesehen werden sollte, z.B. Fisch und Fischmehl oder Sojasprossen und Sojamehl usw.

Eine genaue Deklaration ist der Allgemeinen vorzuziehen, da Aussagen wie “Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse” und “Getreide und pflanzliche Nebenerzeugnisse” nicht besonders aussagekräftig sind. Hier können z.B. als Fleisch Muskelfleisch von Bauch, Brust, Rücken und Beinen, Binde- und Sehnengewebe, Schleimhaut und auch Fettgewebe mit benannt sein. Als tierische Nebenerzeugnisse findet man unter anderem Innereien, Knorpel, Knochen, Fell, Haut und Blut.

Irreführend ist, dass das Fleisch vor der Trocknung gewogen wird und dieser Wert angegeben werden darf, obwohl im Endprodukt doch wesentlich weniger Fleischanteil enthalten sein wird. Fleisch, je nach Art, besteht nunmal zu 60 – 80% aus Wasser. Nun deklarieren darum wohl manche Hersteller mit der Bezeichnung “Tiermehl”, aber auch dies ist verwirrend, denn Tiermehl heißt nicht, dass es aus reinem Fleisch besteht, sondern damit können durchaus auch überwiegend wieder tierische Nebenerzeugnisse gemeint sein. Dagegen ist die Bezeichnung „Tierfleischmehl“ aussagekräftiger, kann uns aber auch wieder in die Irre führen, wenn es an erster Stelle steht und gleich darauf Getreide. Denn Getreide wird in getrockneter Form angegeben. Also ist mit Sicherheit wieder mehr Getreide, als Fleisch enthalten.

Generell sollte man seinen Hund zu zwei Drittel mit tierischer und einem Drittel mit pflanzlicher Kost versorgen. Dies funktioniert aber nur mit wenigen Fertigfuttern. Tierisches Eiweiss kann unser Hund nunmal leichter verwerten, als pflanzliches Eiweiss.

Rohprotein:

  • nennt sich darum Roh-, weil hierbei das Protein ( = Eiweiß ) im Futter über ein Verfahren bestimmt wird, das den Stickstoffgehalt des Futters angibt. Wobei dies aber keinerlei Auskunft über die jeweilige Verwertbarkeit des Proteins gibt. Auch nicht verwertbare Proteine wie Ammoniumsalze und Nitrate werden hier mit einbezogen.

Rohfett:

  • nennt sich auch Roh-, weil auch hierbei wieder nicht die Verwertbarkeit für unseren Hund angegeben wird, sondern nur welche “echten Fette” sich im Futter befinden. Hierzu kann alles zählen, was sich wie echte Fette in Ether lösen lässt, neben echten Fetten leider auch Farbstoffe, Wachse und Harze.

Rohfaser:

  • gibt dagegen Auskunft über die anteilige Verdauung des Futters, denn hiermit sind alle schwer bzw. unverdaulichen pflanzlichen Bestandteile gemeint. Dies geschieht durch Trennung des Futters, wobei Proteine, Fette und Asche mit Hilfe von Laugen und Säuren entfernt werden und der übriggebliebene Teil den nicht verdaulichen Anteil ausmacht. Hier finden sich auch eventuell. billige Auffüller wie z.B. Stroh und Erdnusshülsen.

Rohasche:

  • gibt den Anteil an organischen Stoffen an, der nach der Verbrennung einer bestimmten Menge Futter übrig bleibt. Hier findet man neben Mengen- und Spurenelementen auch Sand, Ton und andere Dreckpartikelchen.

Dies sind wohl die Hauptbestandteile, die einem zuerst ins Auge springen, wenn man sich Futtermitteletiketten anschaut. Daneben gibt es aber noch jede Menge mehr Bezeichnungen.

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Lesen Sie dazu den Beitrag "Hunde und Katzen richtig impfen" in meiner Rubrik "Wissenswertes"