Wissenswertes rund um Mensch und Hund

Hier finden Sie Beiträge und Wissenswertes zum Thema Hund und Mensch.


AUGEN AUF BEIM HUNDEKAUF !

 

Wichtige Informationen die beachtet werden sollten wenn es um die Auswahl und den Kauf eines Hundes geht! Über diesen Link erfahren Sie, wie Sie unseriöse Hunde- und Welpenverkäufer von einem seriösen Züchter unterscheiden können.

 

Bitte nehmen Sie Abstand von Internetkäufen, denn:

 

  • Viele Welpen werden in Massenzuchtanlagen in Osteuropa produziert.
  • Welpen werden oft mit gefälschten Angaben inseriert.
  • Viele Welpen sind nicht geimpft, haben meist keine oder gefälschte Impfpässe.
  • Welpen sind oft schon mit tödlichen Krankheiten infiziert, viele sterben.
  • Welpen werden oft viel zu früh von der Mutter getrennt, körperliche und geistige Defizite sind die Folge.
  • Hohe Tierarztkosten für die Besitzer.
  • Mitleidskäufe sind das Geschäftsmodell der unseriösen Händler.

Ein paar "CumCane DENKmale" von Ute Blaschke-Berthold

  • Das Verhalten von Hunden hat in den meisten Fällen eine Funktion, auch wenn es dem menschlichen Betrachter sehr bizarr erscheinen mag. Wie kann man etwas weg bestrafen wollen, wenn noch nicht einmal die Funktion verstanden worden ist? Die Funktion von Verhalten erkennen ist der erste Schritt zu Lösungsmöglichkeiten.
  • Probleme entstehend durch Situationen und nicht durch den Hund.
  • Es ist egal, welches Etikett Menschen an aggressives Verhalten ihres Hundes kleben - Dominanzaggression, territoriale Aggression, Angstaggression, ... ! Die Veränderung aggressiven Verhaltens verläuft unabhängig vom Etikett nach einem einzigen bestimmten Muster.
  • Konditionierte Entspannung unterstützt die Reaktion des Hundes auf unsere Signale. Entspannungssignale werden nicht nur wegen "böser" Umweltreize eingesetzt, sondern sie verbessern auch die Kooperationsbereitschaft des Hundes.
  • Hunde sollen sich angepasst verhalten. Das ist kein Problem, denn Verhalten sorgt für Anpassung an aktuelle Umweltbedingungen. Verhalten aber passt nicht im Sinne von "dem Menschen gefällig unauffällig" an. Sondern Verhalten holt immer das Beste für das Individuum aus einer Situation!
  • Das größte Problem in der Hund-Mensch-Beziehung ist Erziehung gegen die Bedürfnisse des Hundes!
  • Menschen denken merkwürdig. "Mein Hund knurrt jeden anderen von mir weg, nimmt sich aber selber das Recht heraus, andere Hundehalter zu begrüßen." Recht? Nein, andere Situation!
  • Domestikation wird beeinflusst durch genetische Veränderungen und durch Umweltfaktoren, die die individuelle Entwicklung steuern. Deswegen ist es nicht möglich, Rassen zu erhalten. Sie alle verändern sich unausweichlich!
  • Positive Verstärkung baut Verhalten auf, Lernen führt zum Können. Positive Strafe baut Verhalten ab, Lernen führt zur Unterdrückung. BEIDE Lernformen führen NICHT zwangsläufig zur sicheren Ausführung, zum WOLLEN: das letzte Wort haben immer die aktuelle Motivation des Hundes und die Umwelt!
  • Warum arbeiten wir so intensiv mit Markersignalen und anderen Ankündigungen? Nur gute Informationen machen gute Entscheidungen möglich!
  • Bell-Laute treten immer plötzlich auf und sind relativ kurz und laut. Sie enthalten sowohl periodische Abschnitte als auch Geräusche. Die Frequenz kann verändert werden und die Laute werden schnell und oft hintereinander wiederholt.
  • Auf der kontaktsuchend motivierten Seite der Lautäusserungen finden wir hohe Frequenzen und reine, periodische Schwingungen. Je mehr die Motivation in Richtung distanzvergrößernd verschoben ist, desto niedriger werden die Frequenzen und der Anteil periodischer Schwingungen nimmt ab.
  • Akustische Signale sind durch eine regelhafte Struktur mit Motivationen verknüpft. Hohe Frequenzen und periodische Schwingungen korrelieren mit Kontaktsuchendem Verhalten. Niedrige Frequenz und ein großer Anteil nichtperiodischer Schwingungen korrelieren mit aggressivem Verhalten. Gemischt motivierte Laute sind eine Mischung dieser akustischen Kennzeichen!
  • Innere Konflikte zwischen verschiedenen Motivationen drücken sich an der Körperoberfläche aus. Besonders gut bekannt ist dies für den Gesichtsausdruck, die Mimik. Weniger bekannt ist, dass die akustische Struktur von Bell-Lauten ebenfalls inneren Konflikt ausdrückt.
  • Mobbing tritt besonders dann auf, wenn die Tiere sich in einem Konflikt befinden. Eigentlich würden sie fliehen oder sich verstecken, können das aber nicht, weil sie sich am Nest oder Bau mit Nachwuchs befinden oder im Heimterritorium. Das Tier ist nicht genug verängstigt, um diese sicheren und wichtigen Örtlichkeiten zu verlassen.
  • Woran kann man Mobbing erkennen?
  1. Die Verhaltensreaktionen sind schnelle, auffallende und abrupt beginnende Bewegungen.
  2. Direkte Attacken mehrerer Individuen zugleich auf den Eindringling.
  3. Mobbing beginnt mit auffallenden, lärmenden Lautäusserungen eines Tieres
  • Mobbing-Rufe werden sowohl von Artgenossen des Senders als auch vom Eindringling wahrgenommen. Mobbing kann bei Hunden oft beobachtet werden.
  • Was ist "Mobbing" in der Verhaltensbiologie? Als "Mobbing" werden kooperative Verhaltensreaktionen bezeichnet, die gegen Eindringlinge wie Fressfeinde, gruppenfremde Artgenossen und alles Fremde gerichtet werden. Ziel ist, diese aufzuhalten und zu vertreiben. Mobbing ist auch mit Lautäusserungen verbunden; diese Laute sind bei Säugetieren und vielen Vögeln Bell-Laute!
  • Viele Tiere bellen: Hunde, andere Hundeartigen, andere Säugetiere und auch viele Vögel. Bell-Laute folgen einer grundlegenden Struktur und stehen immer im Zusammenhang mit Mobbing und Konflikt.
  • Das Gehirn sucht immer nach neuen Lernerfahrungen. Nur Erfolge aber verbessern die biologische Fitness eines Individuums - also sucht das Gehirn bevorzugt nach befriedigenden Lernerfahrungen.
  • Belohnung von außen zerstört intrinsische Motivation! Oft gehört, dennoch nicht belegt. Ein Fall für kritisches Lesen und Denken!
  • Wir sehen nicht alles! Verhaltensreaktionen und physiologische Reaktionen korrespondieren bei Angst und Stress nicht immer. Beide müssen berücksichtigt werden, um das Wohlbefinden von Tieren gewährleisten zu können.
  • Angst vor Schuss-Geräuschen ist ein gravierender Stressor: Nicht nur Herzfrequenz und Hämatokrit, sondern auch die Werte von Cortisol, Progesteron, beta-Endorphin und Vasopressin sind erhöht. Dagegen können die direkt beobachtbaren Verhaltensreaktionen unterschiedlich deutlich sein.
  • Bestrafung sollte in der Hund-Mensch-Beziehung ein Maulwurfshügel neben dem Himalaya der Verstärkung sein. Die "goldene Mitte" dagegen beschreibt ein ungünstiges Verhältnis von Belohnung und Bestrafung, das den Blick auf positive Lösungsmöglichkeiten versperrt und das Wohlbefinden des Hundes mehr als nötig beeinträchtigt.
  • Die "goldene Mitte" ist gut für Menschen, die sich nicht entscheiden können, nicht klar Stellung beziehen und von beiden Seiten abschöpfen wollen. Beim Tiertraining weist der Ruf nach der "goldenen Mitte" auf Lücken in der Werkzeugkiste hin.
  • Kommunikation ist Verhalten im sozialen Kontext. Kommunikation dient wie jedes andere Verhalten (!!!) auch zwei Zielen: Angenehmes erreichen und Unangenehmes vermeiden.
  • Belohnung ist Bedürfnisbefriedigung und gleichzeitig auch Information. Je mehr belohnt wird, desto stärker müssen Belohnungen strukturiert sein - sonst gehen Informationen für den Hund verloren.
  • "Mein Hund soll immer auf mich achten!" Diese Forderung bedeutet für das Gehirn des Hundes eine permanente Aufmerksamkeitsteilung, die besonders stressend ist, wenn sie durch Bestrafung durchgesetzt wird. Die Folgen: Ängstlichkeit, gesteigerte Aggressivität, "Hyperaktivität". Ist es das wirklich wert?
  • Verstärkung entsteht immer im Gehirn des Hundes, Verstärkung ist immer ein innerer physiologischer Prozess. Nicht jede Belohnung führt auch tatsächlich zur Verstärkung erwünschten Verhaltens. Wer das nicht weiß, wird Belohnungsmöglichkeiten nicht effizient einsetzen können.
  • Gerade für Hunde, die ängstlich oder defensiv aggressiv reagieren, spielt die Bezugsperson eine bedeutende Rolle: sie sollte dem Hund helfen, etwas zu tun, bei dem er sich weniger bedroht fühlen kann. Das kann natürlich nicht funktionieren, wenn die Bezugsperson Angst- oder Aggressionsverhalten bestraft. Seit wann schafft Bestrafung denn Sicherheit?
  • Hundehalter können an den Bell-Lauten ihres Hundes erkennen, ob er eher aggressiv oder ängstlich gestimmt ist. Sie können aber nicht heraushören, was die Auslöser für die verschiedenen Formen des Bellens sind. Um dies zu entschlüsseln, benötigen Menschen den Sichtkontakt zum Hund und zu seinem Umfeld.
  • Empfindest du ein Verhalten deines Hundes als problematisch? Dann gehe den ersten Schritt der Verhaltensveränderung: Schreibe das erwünschte Gegenteil des Problemverhaltens auf. Das ist dein Ziel, an dem du arbeiten kannst - mit Verstärkung!
  • Hunde beißen durchaus ohne Warnung, wenn sie ausreichend verängstigt sind!
  • Wenn ein Hund Angst hat, kann er an nichts anderes denken als an seine Sicherheit!
  • Viele Studien zeigen: Bestrafung ist kein geeignetes Mittel, um Verhalten dauerhaft zu verändern. Bestrafung verändert nur selten effektiv das Verhalten des Bestraften, dafür aber das Verhalten des Bestrafers.
  • Der Hund hat kein Interesse am Training? Belohnungen, die nur schwache oder gar keine Verstärker sind, in Verbindung mit zu viel sozialem Druck durch die Bezugsperson führen dazu, dass der Hund „kein Interesse“ am Training hat.„Kein Interesse“ ist in Wirklichkeit Meideverhalten!
  • Veränderung von Verhalten bedeutet immer auch: Veränderung von Neuronennetzen.
  • „Veränderungen des Zentralnervensystems können immer nur vom aktuellen Zustand ausgehend Schritt für Schritt erfolgen und sie verbleiben notwendigerweise innerhalb des physiologisch vorgegeben Rahmens.“
  • Leinenführigkeit ist kein Verhalten, sondern das Produkt verschiedener Verhaltensreaktionen
    • Langsames Laufen
    • sich zum Menschen wenden
  • Spielen mit Artgenossen ist für einen Hund sehr anstrengend. Menschen sehen nur die Bewegung und wollen, dass Hunde sich im Spiel "auspowern". Richtig anstrengend ist aber die Kommunikation, die ebenso fließt wie die anderen Bewegungen. Zu jeder Sekunde des Spielens müssen Hunde sich gegenseitig des spielerischen Charakters ihrer Aktionen versichern.
  • Kommunikation bringt sowohl dem Sender als auch dem Empfänger Vorteile. Unter diesem Gesichtspunkt sollte man Trainingstechniken, die als "Kommunikation" bezeichnet werden, einmal betrachten.
  • Dir ist der Weg des Lernens egal, weil nur das Ziel zählt? Der Weg ist mindestens so wichtig wie das Ziel, denn es ist der Lernprozess, der das Gehirn verändert!
  • Lernen trainiert das Gehirn! Lernen aktiviert die Bildung von Blutgefäßen und einem bestimmten Zelltyp, den Gliazellen. Gliazellen spielen eine Rolle bei der Ernährung der Nervenzellen und bei der Beseitigung von Abfällen ihres Zellstoffwechsels. Übrigens ... nicht nur bei Hunden ... ;-)
  • Angst ist oft die Ursache folgender Verhaltensprobleme: Verlust der Stubenreinheit, destruktives Verhalten, exzessives Bellen, Inaktivität, "Desinteresse" beim Training, Aggression
  • "Dominanz" ist zu einem unerwünschten Wort geworden. Sein Inhalt aber wird weiter transportiert in verschiedenen Variationen von "Führung". Loslassen tut wohl weh ...
  • Verhalten hat immer mindestens vier Ursachen: Das sind die vier Fragen an Verhalten vom ollen Tinbergen: 
    • Direkte Ursache (Auslöser)
    • Anpassungswert
    • Individualentwicklung
    • und Evolution.
  • Differential Outcome Effect - verschiedene Belohnungen können dem Hund helfen, verschiedene Verhaltensreaktionen besser zu unterscheiden.
  • Bevor überhaupt eine soziales Band entstehen kann, müssen sich zwei Individuen miteinander sicher, d.h. nicht bedroht fühlen.
  • Verhalten verstehen bedeutet, seine Funktion für den Hund erkennen können. Leider ist genau dieser Punkt oft eher nur von Spekulationen als von genauer Beobachtung und Analyse gestützt. Hundeverhalten wird viel zu oft diagnostiziert anstatt analysiert.
  • Wer sagt, zuverlässiges Verhalten bei diesem oder jenem Hund nicht ohne Strafe erreichbar ist, sagt nichts über den Hund aus, sondern beschreibt erst einmal seine eigenen Fähigkeiten.
  • Die Entscheidung zwischen "machen lassen" und "lieber frühzeitig eingreifen" kann manchmal schwerwiegend und belastend sein. Die erste Option bringt es mit sich, dass Verhalten zwischen Hunden eskaliert, die zweite beendet Konflikte, bevor sie überhaupt begonnen und von den Hunden aus eigener Kraft gelöst werden konnten. Dabei hat Kommunikation sehr viel mit Lernen zu tun: In welchen Situationen ein Hund bevorzugt bestimmte kommunikative Verhaltensreaktionen einsetzt, wird durch operante Konditionierung erlernt: Lernen durch Erfahrung. Wenig Erfahrung - wenig Lernen!
  • Deswegen lassen wir unsere Hunde sehr viel miteinander ausprobieren, und konzentrieren uns darauf, wirklich unerwünschtes Verhalten zuverlässig unterbrechen zu können. Meist überraschen die Hunde uns positiv - und wir alle haben wieder etwas im Umgang miteinander gelernt.
  • ‎"Kommunikation muss erlernt, verfeinert und angepasst werden. Ohne Möglichkeiten zum Praktizieren kann das nicht geleistet werden."
  • Sich verstecken fördert nicht die Bindung, sondern löst lediglich eines der Indizien für Bindung aus: Trennungsstress
  • WORAN ERKENNEN WIR BINDUNG? In Veröffentlichungen, die sich mit den verschiedenen Perspektiven des faszinieren Themas „Bindung“ befassen, werden auch immer wieder Kriterien aufgelistet, an denen das Bestehen einer Bindung zwischen zwei Individuen erkennbar ist. Die relative Nähe von zwei Individuen spielt als Kriterium eine große Rolle. Tiere, die häufiger nebeneinander liegen, stehen oder laufen als sie es mit anderen Tieren der Gruppe tun, sind mit großer Wahrscheinlichkeit durch ein unsichtbares Band aneinander gebunden.
  • SPIELEN IST LERNEN MIT SICHERHEIT - Spielerisch lernen sich Hunde immer besser kennen. Mit Spielhandlungen beginnen sie, einander Grenzen zu kommunizieren und Grenzen zu erfahren.
  • Die Jugendentwicklung bereitet Körper und Verhalten auf das Leben als Erwachsener vor. Dementsprechend dramatisch können die Veränderungen sein.
  • Jugendzeit = Entwicklungszeit
  • Während der Jugendentwicklung werden Ängste und Trennungsstress bei vielen Hunden auffälliger. Wir können die Jugendentwicklung nicht aufhalten, aber ihre schlimmsten Auswirkungen verhindern.
  • Angst vor Gewittern ist bei Hunden weit verbreitet. Ein Hund muss nicht "schlechte Erfahrungen" während eines Gewitters gemacht haben, um diese Angst zu entwickeln. Hunde bringen Gewitterangst als Eigenschaft mehr oder weniger mit, denn ein Gewitter besteht aus Reizen, die ohne Lernen das Gefühl der Bedrohung auslösen. Biologisch ist es sinnvoll, wenn ein Tier sich während eines Gewitters verkriecht. Damit es sich aber verkriecht, muss es sich bedroht fühlen!
  • Es ist ein weit verbreiteter Fehler, von einer ruhigen Oberfläche auf ein ruhiges Innere zu schließen. Trügerisch ist eine glatte Oberfläche - nicht nur bei Gewässern: unter dieser Oberfläche kann sich sehr viel bewegen!
  • Ein Hund, der oberflächlich ruhig ein Feuerwerk, ein Gewitter erlebt, kann sich innerlich dennoch in einem Alarmzustand befinden. Dieser Alarmzustand steigert sich häufig von Gewitter zu Gewitter, bis die Angst durch die Oberfläche bricht und auch für uns Menschen deutlich wird. Hinzu kommt noch, dass bestimmte Faktoren Angst verschlimmern. Solche Faktoren sind:
    • weitere Stressoren wie Schmerz, Frustration, andere Angstauslöser und Trennung von Bezugspersonen
    • die Dauer des bedrohlichen Ereignisses
    • die Jugendentwicklung
    • das Altern
  • Deswegen ist es sinnvoll, bei solchen Ereignissen gegen das Auftreten von für uns offensichtlicher Angst vorzugehen.
  • Entwicklung zur Geschlechtsreife ist eine Zeit, in der Ängste bei Hunden oftmals sehr deutlich werden und stolze Welpenbesitzer zum ersten Mal "Rückschläge" im Verhalten ihrer jungen Tiere erfahren.
  • Aus diesem Grund achten wir sehr darauf, dass wenigstens ein Mensch unserer Familie zu Hause ist, wenn Gewitter angesagt worden sind. Außerdem geben wir den Hunden etwas zu tun, damit sie ihre Aufmerksamkeit nicht nur auf das Umweltereignis richten können. Optimal gegen Angst wirkt Spiel! Allerdings dauert ein Gewitter oft zu lange, um es für den Hund mit Spielen zu verknüpfen. Ein guter Kompromiss sind Kauartikel. Sie setzen eine gewisse körperliche Aktivität voraus und sind mit Nahrungsaufnahme verbunden, die den Hund zum Weitermachen motiviert. Außerdem ist die Beschäftigung mit Kauartikeln auch möglich, wenn der Hund alleine zu Hause ist. Leider kommen viele Hundehalter immer erst dann auf die Idee, ihrem Hund etwas zum Kauen anzubieten, wenn er bereits bei Gewitter oder Trennungsstress deutliches Angstverhalten zeigt. Oft ist es dann zu spät, denn der Hund ist schon so gestresst, dass ihm keine Teilung der Aufmerksamkeit durch Kauen und Nahrungsaufnahme mehr möglich ist.
  • Wichtig: Strategien zur Bewältigung stressender Situationen werden optimal aufgebaut, wenn Angst noch nicht offensichtlich ist. Ein Hund erwartet dann z.B. bei Gewitter, etwas Attraktives zum Zerkauen zu bekommen. Es ist diese Erwartung, die den alleinigen Fokus auf das bedrohliche Ereignis verhindert und den Hund zum befriedigendem Alternativverhalten motiviert.
  • Distanz reguliert Spannung und Entspannung! Nähe suchen und Nähe aushalten sind zwei verschiedene Dinge, die einen Hund durchaus in Konflikt bringen können. Es ist so wichtig, dass ein Hund sich entfernen darf, wenn ihm Nähe und Interaktion zu viel werden. Dies gilt natürlich auch für Interaktionen zwischen Hund und Mensch. Diese Freiheit verhindert in vielen Fällen eine andere, wesentlich unangenehmere Strategie zur Lösung von Konflikten: Defensive Aggression!
  • Das Markersignal verbindet Verhalten mit dem Verstärker. Markersignal und Verstärker aber umschließen wie eine Klammer alles, was der Hund während dieser Zeit tut: Mit Markersignal wird mehr Verhalten verstärkt als ohne! In den meisten Fällen reagiert der Hund auf das Markersignal und erwartet eine Belohnung. Alles, was er dann tut - sich zum Menschen orientieren, auf ihn achten und beobachten, suchen, warten - wird verstärkt! Und nach dem Marker und vor der Belohnung verhält sich der Hund auch noch. Und dieses Verhalten wird mit verstärkt.
  • NUTZEN, WAS MÖGLICH IST
  • Wie trifft man eine Entscheidung? Ist es sinnvoll, stur nach Plan vorzugehen? In etwa so: "Heute leben die Hunde seit 6 Wochen zusammen! Nun sollte es doch möglich sein, ihnen hochwertige Kauartikel zu geben und sie ohne Management fressen lassen."
  • Wie trifft man eine "gut begründete Entscheidung"? Nun, ich frage immer die Hunde, ob denn dieses oder jenes heute möglich sei! Die Hunde erzählen mir unbeschönigt, ohne Rücksicht auf Pläne, Ehrgeiz und Wünsche, was möglich ist und was eben nicht geht. Wie kann man einen Hund befragen? Es ist so einfach! Bringe ihn in eine Situation, beobachte sein Ausdrucksverhalten - und du weisst, wie er sich fühlt. Achte auf das Verhalten, welches er freiwillig zeigt - denn dieses ist Ausdruck seiner Emotionen. Befehle nicht, zwinge nicht, sondern frage, ob dieses oder jenes Verhalten möglich ist. Und akzeptiere ein "Nein". Ein "Nein" zu akzeptieren, bedeutet eine Stärkung der Vertrauensbasis und führt dazu, dass du nach weiteren Strategien suchst, die Situation gemeinsam mit deinem Hund und erwünschtem Verhalten zu bewältigen.
  • Du kannst gerne auf das Ziel hin trainieren, immer seltener ein "Nein, geht gerade nicht" zu sehen. Richtig erfolgreich wirst du du dabei nur sein, wenn du die Bedürfnisse des Hundes in dieser Situation berücksichtigst. Wobei wir wieder bei den vielfältigen Belohnungsmöglichkeiten im Training angekommen sind.
  • Zurück zu der geschilderten Situation. Alle drei Hunde sind in die Situation gebracht worden, dass für jeden eine hochwertige Ressource zur Verfügung steht. Die Frage, die ich - bildlich gesprochen - stelle: Findet ihr eine friedliche Strategie oder muss ich die Tür zu eurem Schutz schließen? Die Antwort finde ich in der Beobachtung des Hundeverhaltens. Linux, Kimi und Bessie streben sofort auseinander, ohne auch nur einen Blick auf den anderen zu werfen. Bessie geht in den Garten, Linux auf das Hundebett, Kimi auf den Sessel. Sie haben ohne fremde Hilfe Distanz als Bewältigungsstrategie gewählt. Deswegen kann die Tür in diesem Fall offen bleiben!
  • Manchmal ergeben sich auch Zwischenschritte. Bessie nimmt ihr Teil, geht weg, legt es ab - und kommt zurück. Zu viel erwünschtes Verhalten, um sicheres Management zu benötigen. Zu viel erregtes Verhalten, um ganz auf Management verzichten zu können. Statt durch eine geschlossene Tür wird diese Situation durch ein Kindergitter zu einer sicheren Lernerfahrung gemacht. Und ich kann bei einer Tasse Tee unter dem Blick von Baru entspannt meine Hunde beobachten.
  • Nächste Woche kann das wieder anders aussehen. Dann wird Bessie mir vielleicht durch ihre Blicke und durch eine Distanzverringerung gegenüber Linux und Kimi verraten, dass sie heute ALLES will. Dann wird die Tür als Management-Maßnahme eben geschlossen.
  • Das Prinzip ist einfach: Nutze, was machbar ist. Verhindere, was unerwünscht ist. Der Hund hilft dir bei der Entscheidung, und nicht etwa ein Trainingsplan auf einem Blatt Papier.
  • Bereits nach 15 Minuten sozialer Isolation ist bei 8 Wochen alten Welpen der Oxytocin-Spiegel im Blut deutlich erniedrigt. Dieses Ergebnis erklärt, weshalb nach Trennungszeiten für Hunde Körperkontakt so wichtig ist. Es ist auch ein Hinweis darauf, dass während Trennungszeiten konditionierte Entspannungssignale besonders wichtig sind.
  • Zitat aus Leslie McDevitt's Welpenprogramm: "Es ist lächerlich sich über seinen Welpen aufzuregen, nur weil seine normale Gehirnfunktion nicht Ihrem Trainingsplan folgt." (übersetzt von Bina Lunzer)
Hundeschule Balance Sabine Süess Erinnerrung
Erinnerung an Sabine Süess

Zur Erinnerung

an eine gute Trainerkollegin,

liebe Freundin und

wertvolle Wegbegleiterin.

 

Ruhe in Frieden. liebe Sabine

JETZT AKTUELL

Der sachkundige Hundehalter

Kurse in Anlehnung an den seit 1.1.2017 abgeschaffene Sachkundenachweis für Neuhundehalter

  • Theorie
  • Praxis
  • Kombikurs Theorie & Praxis

Start für Theoriekurse richtet sich jeweils an die aktuelle Nachfrage.

 

Praxis führe ich bevorzugt im Einzelunterricht durch.

 

Der Kombikurs Theorie & Praxis

beinhaltet 8-10 Lektionseinheiten individuell Ihren Bedürfnissen angepasst. Nur als Einzelunterricht.

Training statt Hemmung

Würge- und Stachelhalsbänder sind nach schweizerischem Tierschutzgesetz verboten!

 

Die Aktion

Eintausch gegen eine Gratis-Trainingsstunde

läuft bei mir unbegrenzt weiter!

 

Eintausch Angebot gilt bei mir für alle aversiven Erziehungsmethoden. Leider werden diese immer noch oft empfohlen und angewendet.

  • Alle Arten von "Ferntrainern"
  • "Spühhalsbänder" etc.
  • "Würgehalsbänder"
  • "Erziehungsgeschirre"
  • "Anschreien"
  • "Wasserspritzen"
  • "Wurfkette"
  • "Rasselbüchse"
  • "Schnauzengriff"
  • "Nackenschütteln"
  • "Alfawurf"
  • "Leinenruck"
  • "Abblocken"
  • "Bedrängen"

... weil es bessere Wege gibt um dem Hund zu zeigen was ich von ihm möchte!

Initiative für gewaltfreies Hundetraining

Wurmcheck

Entwurmungsmittel Ja oder Nein?

 

Die Firma microsTECH hat einen sinnvollen Wurmcheck auf dem Markt welcherer Auskunft über einen Befall von Würmern gibt!(Kotuntersuchung).

 

Dieser wurmCHECK ist bei mir erhältlich.

Titertest des Impfschutzes

Nachimpfung Ja oder Nein?

 

Die gleiche Firma bietet einen Titertest an, der Auskunft gibt über die aktuelle Wirksamkeit des Impfschutzes durch Antikörper gegen:

  • Staupe (Canine Distemper Virus – CDV)
  • Hepatitis (Hepatitis Contagiosa Canis – HCC)
  • Parvovirose (Canine Parvovirus – CPV)

Auch diesen immunoCHECK ist bei mir erhältlich.

 

Lesen Sie dazu den Beitrag "Hunde und Katzen richtig impfen" in meiner Rubrik "Wissenswertes"