Wenn Begriffe, wie Dominanz, Rudelführer und Rangordnung häufig im Text auftauchen, Wenn der Hundebesitzer unbedingt und immer der Rudelführer, das Alphatier sein soll. Wenn das Verhalten von Wölfen und Hunden ständig vermischt wird, Wenn mit Gewalt oder Zwang gearbeitet wird und hierzu zählt auch der Leinenruck, der Schnauzengriff, das auf den Rücken drehen und am Genick schütteln,
dann halte ich diese Bücher nicht für besonders empfehlenswert und Sie tun sich und vor allen Dingen Ihrem Hund einen Gefallen ein anderes Buch zu lesen.
Ein paar Leitlinien …
* jeder Dogmatismus schadet - wenn ich verkniffen auf einen Weg, eine Ansicht beharre, dann nehme ich evtl. mir selbst und dem Tier sowie seinen Besitzern evtl. Entwicklungsmöglichkeiten, die ich halt im Moment nur noch nicht sehe .... (Dementsprechend bin ich skeptisch bei Büchern, die nur einen Weg zeigen und mich massiv in eine Ecke drängen wollen, weil alles andere aus ihrer Sicht falsch wäre.)
* jede Methode sollte "artgerecht" sein - das heisst: sie sollte POSITIV und FAIR sein, nicht mit Sanktionen oder gar Gewalt einhergehen und auf keinen Fall und unter gar keinen Umständen das Tier ängstigen - auch nicht für Sekunden - in welcher Form auch immer ... ich kann zudem von jedem Tier (und auch Menschen) NUR DAS abverlangen, was es a) wirklich im Stande ist zu leisten und b) was ich ihm in für ihn verständlicher und klarer Weise beigebracht habe ...
* jedes Mittel sollte respektvoll sein dem Individuum gegenüber ... es gibt auch nicht das allheilbringende Konzept - und je mehr ich denke "das MUSS aber so und so gehen" – desto ungerechter werde ich vielleicht dabei auch ... Viele Sätze, wie : "das war schon immer so" , " das hat da und da auch geholfen" u.ä. sind meist nur Phrasen und haben nichts mit meinen Bedürfnissen und den Bedürfnissen des jeweiligen Tieres zu tun ....
* jeder berichtet aus seiner Sicht - sie ist SUBJEKTIV und kann daher auch in Frage gestellt werden. Ich muss für mich klären, ob die Wege, die der Andere geht, wirklich mit meinen Ansichten, Meinungen etc. parallel gehen - ob ich mich (bzw. meine Ansichten) deswegen ggf. ändern sollte - oder ob es einfach nicht MEIN Weg ist. Gerade in der Kynologie hat sich in den letzten Jahren erst unheimlich viel getan.