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Clicker Training ist eine auf wissenschaftlichen Grundlagen aufgebaute Methode zur Verständigung mit dem Hund. Clicker Training ist eine wissenschaftlich fundierte Technik für Verhaltenstraining mit positiver Verstärkung durch ein Signal, das Geräusch eines Plastik-Clickers.
Der Trainer sucht sich das gewünschte Verhalten heraus und klickt, wenn es passiert. Der Click sagt dem Tier genau, was es richtig macht, um die folgende Belohnung (Futter, Lob, Streicheln oder Spiel) zu bekommen.
Beim Erziehen bzw. Dressieren von Tieren haben wir grundsätzlich zwei Möglichkeiten, um ihm ein Verhalten beizubringen oder abzugewöhnen. Wir loben es für das, was es gut/ richtig macht und/ oder wir bestrafen es, für alles, was es falsch macht.
Das Clicker Training ist eine gewaltfreie Ausbildungsmethode. Man konzentriert sich auf und belohnt das Verhalten, das gut und richtig ist, und ignoriert Fehlversuche (ausgenommen "Selbstbestärkendes" Verhalten wie z.B. das Jagen etc.).
Diese Methode eignet sich nicht grundsätzlich für alle Hunde! Auch hier muss man sagen "Es kommt auf den Hund (und den Mensch) drauf an!"
Massgebend sind dabei der Stresslevel des Hundes, seine Frustrationsschwelle, so wie die Klarheit und Beobachtungsgabe des Hundehalters !!!
Wir müssen uns Bewusst sein, dass wir beim Clickern mit einer Erwartungshaltung des Hundes arbeiten. Die Erwartung auf Futter, ... und das ist für sehr viele Hunde bereits überhöhter Stress!!!
Egal was und welche Trainingsmethoden wir wählen, wir sollten uns immer auch Gedanken über mögliche mittel- und langfristige Nebenwirkungen machen!
Beim Clickertraining gilt es einiges zu Berücksichtigen und zu Überdenken, bevor man damit beginnen soll. Es erfordert vom Trainer eine gute Wahrnehmung und Beobachtungsgabe und ein gutes Wissen über das Ausdrucksverhalten (Calmingsignale, Stressssignale etc.) seines Hundes.
Wir sollten immer überprüfen, was der Hund tatsächlich gelernt hat, da das sich gemachte Bild eines Signals/Verhaltens des Hundes nicht immer das ist, was wir glauben ihm gelernt zu haben.
Der Hund wird zum aktiven Teil in der Ausbildung, und ist nicht nur Befehlsbefolger.
Er lernt auf Reize agieren zu können, und nicht einfach nur instinktiv darauf zu reagieren.
Kernsatz: „Das Verhalten wird durch seine Konsequenz bestimmt!“
Der klassische Einsatz des Clickers zum Trainieren von Verhalten ist nur ein Aspekt von einer Vielzahl von praktischen und sehr effizienten Einsatzmöglichkeiten eines Markersignals im Alltag. Diese möchte ich Ihnen gerne in meinem Unterricht aufzeigen und vermitteln. Ein Kernpunkt dabei ist den Hund zum Mit-Denken zu bewegen. Ein Hund der nicht denkt reagiert meist sehr impulsiv und instinkthaft, da er sich im "Kleinhirn" befindet. Durch das "Markersignal" verhelfen wir ihm zum Nachdenken und somit kann er agieren und lernen, da er sich dann im Grosshirn befindet wo Lernprozesse statt finden.
Lernen über Belohnung von Martin Pietralla
Das Lernen über Belohnung ist gut erforscht (Lit. Angermeier). Es erfolgt nach wohlbekannten Gesetzen. Halten wir sie nicht ein, werden wir keinen Erfolg haben und einen Gestressten und/oder frustrierten und verwirrten Hund erhaten. Hinzu kommen einige Regeln aus der Erfahrung erfolgreicher Tiertrainer. Sie helfen, Rückschritte zu vermeiden und den Erfolg zügig sicher zu stellen.
Bevor wir uns eine Aufgabe vornehmen, denken wir daran, daß jedes Tier nur das gut und gern lernt, wofür es von seinen Anlagen her befähigt ist. Die Belohnungen, die wir verwenden, müssen zu seinem Motivationsbereich gehören.
Jedes Tier hat, wie wir Menschen ja auch,seine persönlichen Grenzen welche es zu erkennen, berücksichtigen und zu respektieren gilt !!!
Das Nachfolgende gilt sinngemäß auch für andere Tiere als Hunde: Katzen, Pferde, Vögel, Frettchen, Lamas, Ratten - alle lassen sich nach den gleichen Regeln der operanten Konditionierung erziehen.
1. Wir erhöhen die Anforderungen in so kleinen Schritten, daß der Hund stets eine Chance hat, sie auch zu erfüllen. Üben wir z.B das Herumkommen nach dem Vorsitzen, können wir nicht fordern, daß der Hund schnell und dicht herumkommt und sich schnell und parallel und mit dem Kopf zu uns hochgewendet hinsetzt, bevor wir ihn loben. Jedes "und" kennzeichnet ein Detail, das wir extra üben müssen, wenn er das Vorhergehende schon gelernt hat.
2. Wir üben stets nur ein Verhaltensdetail, nie zwei verschiedene gleichzeitig. Üben wir das Detail "gerader Vorsitz", dürfen wir nicht "dichter Vorsitz" belohnen! Haben wir mit "dichter Vorsitz" angefangen zu üben, loben wir den Hund auch, wenn er sich dabei schräg hinsetzt.
3. Das Verhalten das wir mit dem Hund üben, muß dieser bei variabler Belohnung sicher zeigen, bevor wir ein neues Detail des Verhaltens in Angriff nehmen. Sitzt der Hund sicher gerade vor, auch wenn wir ihn nur noch gelegentlich dafür belohnen, können wir anfangen, dabei auch das dichte Vorsitzen zu fordern.
4. Wenn wir ein neues Detail mit ihm üben, müssen wir zulassen, daß er das bisher Gelernte schlechter ausführt. Wenn wir nun Wert auf den dichten Vorsitz legen, müsen wir zulassen, daß der Hund wieder etwas schräger sitzt. Erst wenn er das dichte Sitzen sicher kann, beginnen wir, wieder auf das gerade Sitzen zu achten.
Wir vermeiden Ablenkung jeglicher Art, wenn wir etwas neues zu üben beginnen.
Wir geben anfangs ziemlich große Belohnungen für deutliche Verbesserungen.
Wir unterbrechen nie grundlos eine Trainingseinheit.
Der Hund empfindet das schnell als Strafe.
Wir hören stets mit einer gut gelungenen Übung und großem Lob auf.
Falls der Punkt verpaßt ist, lassen wir ihn noch eine Übung machen, die er gut kann.
Wenn wir beginnen, das Gelernte mit einem Signal zu verknüpfen, dürfen wir den Hund nicht belohnen, wenn er das Verhalten zeigt, obwohl wir das Signal gar nicht gegeben haben.
Wenn wir das Signal verknüpfen, achten wir auf unsere Körperhaltung. Der Hund verknüpft sie ebenfalls damit.
Wir üben später in unterschiedlicher Umgebung, damit der Hund keine Verknüpfung mit einem Ort oder Umstand eingeht.
Wenn der Hund das Signal gelernt hat, beginnen wir mit bereits gelerntem anderen Verhalten zu mischen.
Erst wenn der Hund in einer beliebigen Reihenfolge alles richtig macht, hat er seine Signale gelernt.
Operante Konditionierung
Ist die Konditionierung auf den Clicker gelungen, kann mit der eigentlichen Ausbildung begonnen werden. Damit kommen wir zum Kernstück des Clickertrainings, zur "Operanten Konditionierung" (Skinner). In diesem Begriff stecken zwei wichtige Aussagen für diese Art von Ausbildung, nämlich operant = "indem man sich bemüht" und konditionieren = "in Verbindung bringen", "verknüpfen". Der Hund soll, indem er sich bemüht, immer wieder probiert, ein Verhalten, mit einem Erfolg (Wurst, Ball etc.) in Verbindung bringen bzw. mit einem Erfolg verknüpfen.
Nach der "reinen" Theorie also bringt sich der Hund das vom Hundeführer gewünschte Verhalten quasi selber bei. Der Hund ist der aktive Teil dieses Lernvorgangs. Der Hundeführer stellt lediglich eine der vielen möglichen "Umweltantworten" auf ein für den Hund zunächst zufälliges Verhalten bereit.
Beispiel: Der Hund lernt das Anstupsen eines Targetstabköpfchens (Targetstab = Zeigestab). Der Hund berührt zufällig den Stab, den der Hundeführer in der Hand hält durch Neugier etwa, dieser clickt unmittelbar (Timing) und gibt ihm sofort einen Leckerbissen. Der Hund weiß nicht, wie er zu seinem Glück gekommen ist und wird versuchen diesen Vorgang zu wiederholen. Man nennt das "Versuch-Irrtum-Lernen" oder "trial-error-Phase". Der Hundeführer wartet lediglich auf das richtige Verhalten des Hundes und verstärkt das Gewünschte.
"Timing" bedeutet: Will man das richtige Verhalten des Hundes verstärken, muss man möglichst zeitgleich zum Verhalten clicken!
Diese Form der Ausbildung erfordert zu Beginn sehr viel Geduld: man muss wirklich warten können. Sie zahlt sich aber aus, die Hunde entwickeln eine erstaunliche Kreativität und Findigkeit, die sie dann bei anderen Aufgaben gewinnbringend einsetzen können.
Shaping
Bei der Targetstab -Übung möchte man, dass der Hund letztlich das Zeigeköpfchen anstupst, egal wo der Targetstab sich befindet. Am Anfang wird er schon dann mit Click = Futter verstärkt, wenn er den Targetstab überhaupt berührt. Erst dann, wenn er es gezielt tut, verstärkt man ihn nur noch beim Anstupsen in Richtung Köpfchen, am Schluss nur noch am Köpfchen selbst. Nach diesem Prinzip kann man theoretisch alle Übungen aufbauen.
Hieraus ergibt sich auch die Schwierigkeit für den Hundeführer. Er muss überlegen, welches Verhalten dem Hund Erfolg bringen soll und welches nicht. Er muss sich einen scheibchenweisen Aufbau der Übungen überlegen, sie in zu bewältigende Lernziele zerlegen. .Er muss sich fragen, worauf sein Hund kommen kann bzw. ob etwas zuviel verlangt ist.
Das nennt man "Shaping" (= Formen): Eine Übung wird in möglichst viele Teilschritte (Lernziele) zerlegt und hin zum Zielverhalten mehr und mehr verbessert.
Ein geschicktes "Shaping" von Verhalten (Übungen) ist das A und O beim Clickertraining.
Bei der Targetstab -Übung ist das noch recht einfach. Bei schwierigeren Übungen (den meisten Hundesportübungen) will der Weg zur perfekten Ausführung schon recht gut überlegt sein.
An diesem Punkt scheitern nicht wenige der Clickertraining - Anfänger.
Lernen am Erfolg
Der Rest ist das, was konventionelle Hundeausbildung auch verlangt: Unter anderem üben, üben und nochmals üben und jedes gelungene Verhalten positiv verstärken. Genau das will das Effektgesetz von Thorndike aus der Hundeperspektive besagen:
Verhalten mit angenehmen Folgen werden öfters wiederholt, dagegen werden Verhalten mit unangenehmen Konsequenzen geschwächt oder nicht mehr wiederholt.
Nach einer mehr oder weniger langen "trial-error-Phase" (Lernphase) wird dem Hund ganz plötzlich (ist bei uns Menschen auch nicht anders) klar, was man von ihm will (Aha -Effekt mit anschließender Kannphase). Man kann dieses Aha -Erlebnis dem Hund regelrecht ansehen. Erst jetzt kann man einen Schritt weiter gehen. Vorzugsweise in der Kannphase führt man für die entsprechende Übung dann auch ein Hörzeichen ein.
Variable Verstärkung
Zeigt der Hund im weiteren Verlauf eine Übung nach vorausgehendem Hörzeichen sicher, baut man sebstverständlich auch beim Clickertraining die Verstärkung (Wurst = Primärverstärkung) und das Signal für die Wurst (Click = Sekundärverstärkung) nach und nach ab.
Nach dem Beispiel von Spielautomaten kommt der Erfolg (= Verstärkung) für den Hund jetzt nur noch ab und zu und für ihn nicht vorhersehbar. Man spricht von "variabler" oder "Zufalls -Verstärkung". Man erreicht mit der variablen Verstärkung einerseits, dass eine Übung nicht langweilig wird, der Hund also stets aufmerksam bleibt, andererseits, dass er die Übungen auch dann noch korrekt zeigt, wenn keine Verstärkungen kommen.
Generalisierung
Da der Hund umgebungsabhängig lernt, ist es natürlich notwendig, ein eingeübtes, vom Hund in bekannter Umgebung sicher gezeigtes Verhalten unter fremden Bedingungen (anderer Ort, andere Zeit, unterschiedliche Ablenkungen) zu überprüfen und notfalls neu einzuüben.
Chaining
Zum Schluss noch zum sogenannten "Chaining" = Verkettung. Um den gesamten Ablauf einer komplizierten Übungskette zu trainieren, werden die vom Hund verlangten Einzelübungen vorwiegend in umgekehrter Reihenfolge eingeübt und dann nach und nach von hinten nach vorne zusammengesetzt. Z.B. Apportieren: Zuerst wird das saubere Halten eines Bringholzes eingeübt, dann das Aufnehmen und der Hereinweg und erst zum Schluss wird das Holz ausgeworfen.
Das wäre in Kürze das Wichtigste zum Clickertraining. Es gäbe noch einiges dazu zu sagen.
Suchen Sie sich unbedingt einen Hundetrainer, der die Bedürfnisse und die persönlichen Grenzen von Ihnen und insbesondere die Ihres Hundes erkennt und berücksichtigt, ihren Hund nicht überfordert und gegebenenfalls auch das Trainieren mit dem Clicker, wenn es ihren Hund übermässig stresst, abbricht und bereit ist mit Ihnen andere Wege der Hundeausbildung zu gehen.
Fazit
Den Clicker als Signal kann man auch dann einsetzen, wenn man Clickertraining wie oben beschrieben entweder nicht umsetzen kann bzw. nicht will. Er erleichtert einfach eine exakte Verstärkung von Verhalten oder Übungen, die sonst nicht so leicht zu verstärken sind. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, den Clicker zu benutzen.
Natürlich können Sie auch einfach ein Wort wie z.B. "Jep!" oder "Fein!" etc. als Marker für richtiges Verhalten benutzen und so den Clicker ersetzen.
Clickertraining im Hundeverein zeigt uns allerdings, dass nur wenige mit ausschließlichem Shaping zurechtkommen. Um die Nerven von Hund und Hundeführer zu schonen, arbeiten viele Trainer zusätzlich mit zum Teil ausgeprägten Hilfen. Das können Hör - und Sichtzeichen sein, Geräusche aller Art, Spielzeug, Körpersprache oder Futterhand, wenngleich man sagen muss: Hilfen so viel wie nötig und so wenig wie möglich!
Damit werden einige Clickerbegeisterte nicht einverstanden sein. Sie lehnen den Einsatz von Hilfen, insbesondere die Futterhand (= locken?, motivieren?) gänzlich ab. Dass der Hund sich immer wieder etwas ganz selbständig erarbeiten sollte, um kreativ zu bleiben, der Meinung bin ich auch, egal welche Art von Training man mit seinem Hund macht. Er wird sich diese Findigkeit und Probierlust aber auch erhalten, wenn wir ihm in einem anderen Fall ausgeprägte Hilfen anbieten.
Clickertraining ist nicht ganz so neu, wie manchmal getan wird und man muss nicht alles vergessen, was bisher Gültigkeit hatte, sondern man sollte es als eine Ergänzung zu bisherigen Formen des Trainings sehen. Die theoretischen Voraussetzungen sollte man allerdings verstanden haben, will man es gewinnbringend für sich nutzen. Es kann auch einfach ein Beginn eines persönlichen Prozesses und einer Auseinandersetzung mit der Andersartigkeit und dem Lernverhalten seines Hundes sein.
Auch ist das Clickertraining nirgends in theoretischer Reinform zu finden. Wie sollte das auch gehen, leiten Skinner, Thorndike u.a. ihre Gesetze doch bewusst aus zeitlich und örtlich begrenzten Laborversuchen ab, die in ihrem Untersuchungsgegenstand einen minimalen Anteil dessen beinhalten, was zum natürlichen Umfeld und Verhaltensrepertoire eines Tieres gehört. Mit Absicht wurden Interaktion und Kommunikation in den Versuchen ausgeschaltet.
Lernen in natürlicher Umgebung ist aber nicht zuletzt Interaktion. Der gute Kontakt, die gelungene Kommunikation zwischen Hundeführer und Hund ist einer der wichtigsten Erfolgsgaranten in der Ausbildung überhaupt. Daran ändert auch die operante Konditionierung bzw. das Clickertraining nichts.
Außerdem ist der Hund ein Tier mit ausgeprägtem Sozial- und Kommunikationsverhalten, sodass der Hundeführer schon allein durch seine Anwesenheit, Mimik und Gestik, seine wenn auch minimalen Aktionen dem Tier "Hilfestellungen" dahin geben wird, wohin er seine Aktivitäten lenken soll, selbst wenn der Hundeführer das gar nicht bemerkt und auch nicht will.
Wenn man Clickertraining in alle Richtungen hin erweitert, stellt man fest, dass diese Erweiterungen nützlich sein können, das Lernen erleichtern und den Spaß erhöhen, sofern es Formen sind, die den Hund weder überfordern, quälen noch schädigen.
Letzteres sollte inzwischen auch für Hundesportler mit ehrgeizigen Zielen eine Selbstverständlichkeit sein.
Die Konditionierung des Clickers
Die Konditionierung des Clickers ist der erste Schritt beim Clickertraining. Das Geräusch des Clickers bedeutet dem Hund zunächst gar nichts, vielleicht interessiert er sich kurz dafür, vielleicht erschrickt er auch zunächst oder es ist ihm schlicht gleichgültig, denn er mißt dem keine Bedeutung zu. Das wollen wir ändern. Der Click soll die Bedeutung eines konditionierten Bestärkers bekommen.
Das geht eigentlich ganz einfach, Du betätigst den Clicker und unmittelbar nach dem Click gibst Du Deinem Hund ein Leckerchen. Nach 5-10 Wiederholungen hat fast jeder Hund begriffen: Der Click kündigt ein Leckerchen an! Und schon ist der "Click" ein konditionierter Bestärker.
Wichtig:
- Die Reihenfolge ist immer: Zuerst der Click dann das Leckerchen. - Clicke immer nur einmal - Erst kommt der Click, dann geht die Hand zu den Leckerchen
Besorge Dir eine große Portion Leckerchen. Es sollte schon etwas sein, daß der Hund besonders gerne frißt, kleine weiche Würfel Fleischwurst oder Käse sind sehr beliebt.
Nun clickst Du einmal und gibst dem Hund sofort ein Leckerchen. Wiederhole das einige Male, einfach Click und Leckerchen, mehr nicht. Achte aber darauf, das Leckerchen erst nach dem Click in die Hand zu nehmen. Übe in einer ablenkungsarmen, gewohnten Umgebung. Vielleicht wird Dein Hund versuchen an die Leckerchen zu gelangen, an Dir hochspringen, bellen, Deine Hand abschlecken und dergleichen mehr. Beachte ihn einfach nicht, bleib ganz ruhig.
Reden solltest Du möglichst wenig mit ihm. Kein: "Schau mal, was ich feines habe" oder ähnliches. Berühre ihn möglichst nicht und vermeide zunächst jede Ablenkung, am besten übst Du alleine mit Deinem Hund in einem Raum. Versuche möglichst jede Emotion auszuschalten. Einfach Click und Leckerchen, Click und Leckerchen, etwa 5-10 Mal. Dann mach eine kurze Pause und wiederhole dies noch mals. Dann variierst Du etwas, einmal gibst Du das Leckerchen aus der rechten Hand, das nächste Mal aus der linken, einmal wirfst Du es vor den Hund einmal neben ihn, einmal etwas weiter weg, daß nächste Mal wieder direkt vor ihn. Immer nur Click und Leckerchen. Einmal im Wohnzimmer, einmal in der Küche, schließlich im Garten.
Dann testest Du: Clicke während Dein Hund in eine andere Richtung sieht. Wie reagiert er? Fliegt der Kopf in Deine Richtung? Kommt er sofort zu Dir geflitzt in der Erwartung eines Leckerchens? Dann ist es soweit, der Click ist konditioniert.
Das zunächst neutrale Geräusch des Clickers hat nun für den Hund die Bedeutung von:
Futter kommt!
Im Laufe des Clickertrainings kommen folgende Bedeutungen hinzu:
- Das was Du gerade tust, ist eine Belohnung wert - Die Übung ist zu Ende Du kannst jetzt tun, was Du möchtest
Betätige nun nie mehr den Clicker einfach nur so, oder gar um Deinen Hund damit zu rufen oder auf Dich aufmerksam zu machen. Das würde ihn in seiner Wirksamkeit einschränken. Der Clicker ist kein Hilfmittel zum Rufen des Hundes, sondern eines, um ihm mitzuteilen: Das was Du gerade tust, ist eine Belohnung wert!
Verbinde nun jeden Click mit etwas Angenehmen, Futter, ein kurzes Spiel, Schnüffeln oder was auch immer ihm angenehm ist. Was kann schief gehen?
... eigentlich gar nichts. Denoch kannst Du's Dir unnötig schwer machen.
Um das zu verhindern, hier noch ein paar Hinweise zur Fehlerminimierung:
Nimm das Leckerchen erst nach dem Click in die Hand!
Wenn Du schon vor dem Click die Hand zu den Leckerchen führst, wird möglicherweise nicht der Click selbst, sonder Deine Handbewegung zum "konditionierten Verstärker". Halte Deine Hände ganz locker, den Clicker ganz beiläufig in der Hand. Dann kommt der Click und danach greifst Du zum Leckerchen.
Achte darauf, daß das Leckerchen zügig nach dem Click kommt.
Vielleicht übst Du den Ablauf erst mal ohne Hund als Trockenübung. Click -> Leckerchen das sollte so innerhalb einer bis maximal zwei Sekunden erfolgen.
Fixiere Deinen Hund nicht zu sehr.
Manche Hunde beschleicht ein unangenehmes Gefühl, wenn Herrchen/Frauchen plötzlich starr werden, ihre ganze Aufmerksamkeit und Präsenz ihrem Hund zuwenden. Also bleib ganz locker dabei, schau mal hierhin und mal dahin, mal zu Deinem Hund, dann wieder woanders hin und nebenbei machst Du Click und gibst das Leckerchen.
"Erschiess" Deinen Hund nicht mit dem Clicker.
Genau der gleiche Grund wie oben, manche Hunde werden unsicher, wenn man mit dem Clicker wie mit einer Fernbedienung auf sie "zielt". Das ist auch gar nicht nötig, Dein Hund hört den Click auf jeden Fall. Du musst's ihm nicht noch extra zeigen.
Konditionier nicht zu lange, Dein Hund hat's nach spätestens 10 Mal verstanden.
Wenn Du sicher gehen willst, wiederhol das gleiche später nochmal an einem anderen Ort. Du kannst die Konditionierung auch in alltäglichen, "freudigen" Situationen durchführen. Dein Hund freut sich auf den Spaziergang? Dann click doch, kurz bevor er zur Haustüre raus stürmen darf. Er freut sich auf seinen gefüllten Napf? Dann clicke, bevor Du ihn hinlässt. Möglichkeiten gibt's unendlich viele.
Und schon bald hast Du mit dem Clicker ein Trainingswerkzeug, dessen Klang für Deinen Hund was ganz besonders schönes ankündigt. Genau so soll es sein. Nun kannst Du mit den ersten Übungen beginnen. UND trotzdem: "Übertreib es nicht!"
Worum geht's beim Clickertraining?
Im ersten Schritt machen wir unseren Hund mit einem sogenannten "konditionierten Bestärker" vertraut. Er wird lernen, dass ein bestimmtes Geräusch eine Belohnung ankündigt. Dieser konditionierte Bestärker ermöglicht uns, Verhalten unseres Hundes sehr viel präziser und punktgenauer belohnen zu können.
Wir bestärken Verhalten. Verhalten, das uns gefällt, das wir trainieren möchten von dem wir uns wünschen, daß es unser Hund öfter zeigt, in vielen Fällen werden wir es mit einem Hör- oder Sichtzeichen verknüpfen, dem "Signal".
Unerwünschtes Verhalten wird von uns zunächst weitgehend ignoriert, wo immer das möglich ist. Wir werden es nicht "bestrafen", lediglich nicht bestärken, in manchen Fällen auch einfach verhindern.
Wir nehmen uns zunächst sehr zurück beim Training, lassen das Tier durch Versuch und Irrtum erfolgreiches Verhalten selbstständig herausfinden, ohne allzu viele Hinweise oder Hilfen von uns zu erhalten. Wir formen das Verhalten in kleinen Schritten bis zur gewünschten Perfektion, führen Ablenkungen und wechselnde Umgebung allmählich ein.
Bis hierhin istunser Hund der agierende Part, wir reagieren lediglich, indem wir das Verhalten bestärken oder nicht (gelegentlich auch hemmen oder verhindern).
Zeigt unser Hund das erwünschte Verhalten häufig und so, wie es uns gefällt, können wir ein Hör- oder Sichtzeichen, also das "Signal" dafür einführen.
Nun ändert sich auch die Rollenverteilung, nun sind wir die Agierenden, wir geben die Signale und fordern unseren Hund auf, in gewünschter Weise zu reagieren. Ab nun unterscheidet sich unser Training kaum noch vom "herkömmlichen Training" wir trainieren das Verhalten festigen es und werden schließlich variabel, später nur noch ab und zu belohnen.Von nun an werden wir, wie jeder andere Trainer auch, grossen Wert auf die Ausführung des, von uns gewünschten Verhaltens legen.
Was für jedes Training gilt, gilt auch beim Clickertraining:
Nur Übung macht den Meister.
Lieber kurze Trainingseinheiten von 1 bis max. 10 Minuten, oder 3 - 10 "Clicks", als langweilige x-fache Wiederholungen. Weniger ist mehr!
Unser Training hat Grenzen, Grenzen die in der Natur des Tieres oder des Trainers liegen, in den Umgebungsvariablen oder schlicht und einfach in dem Umstand, dass man mit dem Clicker ein Verhalten nur bestärken, nicht aber hemmen kann.
Was macht man in der Pause?
Clicker Training wird als besonders anstrengend für den Hund angesehen, weil es so intensiv ist. Deshalb brauchen wir viele kurze Einheiten mit angemessenen Pausen. Diese sollen wir beginnen, bevor der Hund gestresst oder hyperig ist, Müdigkeit zeigt oder unkonzentriert wird.
Wenn er gern weitermachen möchte, kann er eine Pause aber auch als Strafe auffassen und vielleicht zusäzlichen Stress entwickeln.
Deshalb ist Massage ein gutes Mittel, Pausen optimal auszunutzen. Vorausgesetzt, unser Hund ist sich Massage gewohnt. Während man den Hund vor und nach körperlichen Anstrengungen massiert, um Muskelschäden vorzubeugen, ist beim Clickern die enorm beruhigende Wirkung der Massage das Wichtigste.
Wenn Du etwas Gutes für Deinen Hund tun möchtest, solltet Ihr beide das Massieren